09/2016

Datum: 27. September 2016 
Alarmzeit: 15:57 Uhr 
Alarmierungsart: Meldeempfänger, Sirene 
Dauer: 3 Stunden 25 Minuten 
Art: Hilfeleistung 
Einsatzort: Alt Meteln, Lübstorfer Straße 
Einsatzleiter: Tim Hübner 
Mannschaftsstärke:
Fahrzeuge: MTW, TSF-W 
Weitere Kräfte: Bergungs- und Abschleppdienst, Bürgermeister, FF Cramonshagen, FF Seehof, Polizei, Rettungsdienst NEF, Rettungsdienst RTW, Rettungsdienst S-RTW 


Einsatzbericht:

Wir wurden von der ILWM nach Alt Meteln, Lübstorfer Straße, gerufen. Dort sollte ein
Bus gegen einen Baum gefahren und der Fahrer darin eingeklemmt sein. Noch
bevor das erste Fahrzeug den Standort verließ, wurden über Funk die Feuerwehren
Lübstorf und Seehof nachalarmiert. Wir machten uns auf den Weg zum Unfallort.
Beim Eintreffen stellte sich die uns gemeldete Lage als wahr heraus. Die Leitstelle
kontaktierte uns und meldete dass die Feuerwehr Seehof derzeit nicht einsatzbereit
ist und somit forderten wir die Feuerwehr Cramonshagen nach. Nach kurzer
Lageerkundung konnte festgestellt werden, dass der Bus über einen Grünstreifen
gefahren ist und danach ungefähr mittig den Baum getroffen hat. Der ortsansässige
Arzt und eine Mitarbeiterin von ihm, hörten den Aufprall und machten sich umgehend
auf den Weg zum Unfallort. Dort versorgten sie den Fahrer bis zum Eintreffen des
Rettungsdienstes. Nachdem wir die Einsatzstelle mit unserem TSF-W und
Verkehrsleitkegeln abgesichert hatten, meldete sich die Feuerwehr Seehof über Funk
bei uns. Sie teilten mit das sie derzeit an ihrem Standort wären und mit
Einsatznachbereitung beschäftigt sind. Der ELW 1 der Feuerwehr Seehof machte
sich schon auf den Weg zur Einsatzstelle nach Alt Meteln. Um eine zweifache
Löschbereitschaft herzustellen wurde der Schnellangriff und ein Feuerlöscher
bereitgestellt, ergänzend dazu wurde noch das IFEX 3000 in Stellung gebracht.
Plötzlich riefen Passanten „Vorsicht Auto“, dann ereignete sich ein Unfall mit einem
Audi A4 in Rot und zwei Kameraden der Feuerwehr Alt Meteln. Näheres zum
Unfallhergang folgt weiter unten im Einsatzbericht.
Nachdem der Rettungsdienst eingetroffen war, übernahmen sie den Patienten. Der vor
Ort befindliche Notarzt teilte dem Einsatzleiter Tim Hübner mit, dass sich der Patient in
einer relativ guten Verfassung befand und fragte wann die Arbeiten mit dem
hydraulischen Rettungsgerät anfangen könnten. Ich teilte ihm mit das wir derzeit auf
die nachgeforderten Feuerwehren warteten. Zwischenzeitlich traf die Polizei vor Ort
ein und begann mit der Zeugenbefragung. Wir informierten sie kurz über den
Unfallhergang aber vereinbarten, dass wir uns zu einem späteren Zeitpunkt darüber
unterhalten würden. Der Geschäftsführer des Unternehmens, welcher dem Bus
angehörte, traf am Einsatzort ein. Er erkundigte sich über den Gesundheitszustand
des Busfahrers und sprach mit der Polizei das weitere Vorgehen ab. Wie wir erfuhren
erteilte er auch einen Auftrag an ein Abschleppunternehmen, welches am frühen
Abend eingetroffen war.
Der ELW 1 der Feuerwehr Seehof traf an der Einsatzstelle ein. Tim Hübner,
fungierend als Einsatzleiter und der Einheitsführer der FF Seehof besprachen
mit dem Notarzt die weiteren Schritte. Es wurde ein hydraulisches Rettungsgerät
an der Vorderseite des Busses in Bereitstellung gelegt. Gemeinsam mit dem Einheitsführer
der FF Seehof wurde das Fahrzeug in Augenschein genommen. Mittels Unterbausatz
wurde der Bus stabilisiert um ihn gegen ein mögliches Wegrutschen zu
sichern. Das Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Seehof und das TSF-W der FF
Cramonshagen trafen zeitgleich an der Einsatzstelle ein. Die weiteren Kameraden der
Feuerwehr Seehof wurden vom Einheitsführer, welcher mit dem ELW 1 eingetroffen
war, in das Geschehen eingewiesen und folgten seinen Anweisungen. Die
Kameraden der FF Cramonshagen unterstützen die Kameraden der Feuerwehr Alt
Meteln bei den Absperrmaßnahmen auf der Straße. Nachdem der Einsatzleiter, der
Einheitsführer der FF Seehof und der Notarzt den Bus genauer betrachtet hatten,
wurde entschieden das sich alles was sich hinter dem Busfahrer im Bus befand
entfernt wird und wir den Busfahrer nach hinten über den Fahrersitz herausziehen
wollen. Wir informierten den Busfahrer über das Vorhaben. Die Kameraden der FF
Seehof schnitten mit der Schere, vom hydraulischen Rettungssatz, den
Sicherungskasten hinter dem Busfahrer weg. Nachfolgend wurden die Schrauben
vom Fahrersitz gelöst. Um ein patientengerechtes Retten zu gewährleisten, wurde
zwischen dem Sitz des Fahrers und dem Fahrer ein Rettungsbrett in Stellung
gebracht. Der Sitz wurde nach hinten abgekippt und der Busfahrer auf das
Rettungsbrett gezogen. Mit einigen Kameraden der Feuerwehren und dem
Rettungsdienst zusammen, wurde er auf die draußen in Stellung gebrachte Trage
verlegt. Der Rettungsdienst übernahm den Patienten und machte sich auf den Weg
ins Krankenhaus.
Die Kameraden der FF Cramonshagen wurden aus dem Einsatz herausgelöst und
konnten sich auf den Rückweg zum Standort machen. Die Kameraden der FF Seehof
räumten ihre Gerätschaften wieder in die Fahrzeuge und machten sich dann auch
anschließend auf den Weg zum Standort.
Die Vollsperrung der Lübstorfer Straße wurde aufgehoben und es wurde eine
halbseitige Sperrung vorgenommen. Nach Eintreffen des Abschleppunternehmens
wurde die Straße wieder vollgesperrt und die Kameraden der Feuerwehr Alt Meteln
besetzten die Löschbereitschaft um ein mögliches Entzünden von Betriebsstoffen
sofort einzudämmen. Nachdem das Abschleppunternehmen das gröbste erledigt
hatte, wurde ein Einsatzstellenübergabeprotokoll angefertigt. Dies wurde von der Polizei
gegengezeichnet und die Polizei sicherte
die Straßen ab diesem Zeitpunkt weiter ab. Wir räumten unsere Geräte ins Fahrzeug
und machten uns auf den Weg zum Standort um die volle Einsatzbereitschaft wieder herzustellen.
Folgendes zum Unfallgeschehen aus der Sicht von Tim Hübner (Wehrführer bzw.
Einsatzleiter).
Ich war gerade auf der Fahrerseite des TSF-W der Feuerwehr Alt Meteln. Plötzlich
hörte ich ein lautes Rufen „Vorsicht Auto“. Ein roter Audi A4 kam hinter dem Heck des
TSF-W hervor. Dabei kam es zum Zusammenstoß mit mir und dem Auto. Da er aber
nicht gerade schnell war, konnte ich mich auf der rechten Seite des Fahrzeuges
abfangen. Trotz aller Bemühungen wurde ich mit dem Oberkörper gegen die
Windschutzscheibe des Audi gedrückt. Nachdem ich mich wieder aufgerichtet hatte, wobei
ich keinerlei Schmerzen hatte, fuhr der Audi A4 mit quietschenden Reifen davon.
Dann durchbrach er die zweite Absperrung in Höhe des Piano Hauses. Dabei riss er
einen Verkehrsleitkegel mit, welcher nicht mehr gefunden wurde. Zeugenaussagen
gaben an das sich der Verkehrsleitkegel noch bei Rugensee unter seinem Auto
befand. Glücklicherweise wurde sich das Nummernschild von einigen Passanten
aufgeschrieben und konnte dementsprechend an die Polizei weitergegeben werden.
Im Nachhinein erfuhr ich, dass sich ein weiterer Kamerad bei diesem Unfall
Verletzungen am Fuß hinzugezogen hatte.